Gehalt 3. Liga: Was Fußballprofis wirklich verdienen

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Gehalt 3. Liga: Was verdient ein Drittligaspieler wirklich?

Die 3. Liga ist eine merkwürdige Fußballwelt. Da stehen Vereine mit 30.000 Zuschauern im Schnitt gegen Dorfklubs mit 4.000 Fans. Da spielen abgestiegene Traditionsvereine gegen aufstrebende Amateurmannschaften. Und die Gehälter? Die klaffen genauso auseinander wie die Stadien.

Ein Drittligaspieler verdient im Schnitt rund 116.000 bis 120.000 Euro brutto pro Jahr. Das klingt erstmal ordentlich. Aber: Das ist der Durchschnitt – und der wird von ein paar Spitzenverdienern kräftig nach oben gezogen. Die Realität sieht für viele Spieler anders aus.

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Durchschnittsgehalt in der 3. Liga liegt bei etwa 9.700 bis 10.000 Euro brutto im Monat – aber der Median ist deutlich niedriger.
  • Die Spanne reicht von rund 2.500 Euro für junge Talente bis zu 25.000 Euro und mehr für Topverdiener bei großen Traditionsvereinen.
  • Prämien für Siege, Tore und Tabellenplatzierung machen oft 15 bis 25 Prozent des Gesamteinkommens aus.
  • Im Vergleich zur 2. Bundesliga verdienen Drittligaspieler nur etwa ein Drittel bis ein Viertel des Gehalts.
  • Das Gehalt ist für die meisten Spieler nicht das Ende der Fahnenstange – Sponsoring und Nebenverdienste gehören dazu.

Wie viel verdient ein Spieler in der 3. Liga wirklich?

Kurz gesagt: Es kommt darauf an, wer Sie sind. Ein 18-jähriges Talent aus der eigenen Jugend, das seine ersten Profiminuten sammelt, verdient anders als ein 30-jähriger Routinier mit 200 Zweitligaeinsätzen, der beim Abstieg mit runtergegangen ist.

Ich habe mir vor einiger Zeit die Mühe gemacht und die Gehaltsstrukturen mehrerer Drittligisten durchgerechnet – soweit sie öffentlich zugänglich waren. Einige Vereine veröffentlichen ihre Budgets, andere lassen über Spielergehälter in Interviews hin und wieder was durchblicken. Das Gesamtbild ist ernüchternd: Der professionelle Fußball in Liga 3 ist ein Niedriglohnsektor im Vergleich zu dem, was die Öffentlichkeit mit "Profi" verbindet.

Ein Blick auf die Gehaltstabelle zeigt die Realität. Der Durchschnitt von 9.700 Euro brutto monatlich klingt imposant – bis man bedenkt, dass die Karriere im Schnitt nur etwa 8 bis 10 Jahre dauert und danach oft nichts mehr kommt. Und dass dieser Durchschnitt massiv von den Topverdienern verzerrt wird.

Die Gehaltspanne im Detail

Stellen Sie sich die Gehaltsstruktur wie eine Pyramide vor:

  • Basis (ca. 40 Prozent der Spieler): 3.000 bis 6.000 Euro brutto monatlich. Das sind junge Spieler aus der eigenen Jugend, Perspektivspieler und Männer, die aus der Regionalliga hochgeholt wurden.
  • Mittelfeld (ca. 45 Prozent): 7.000 bis 15.000 Euro brutto. Hier finden sich die etablierten Stammkräfte, Leistungsträger mit Erfahrung.
  • Spitze (ca. 15 Prozent): 15.000 bis 25.000 Euro und mehr. Das sind die Unterschiedsspieler, die Top-Torjäger und die erfahrenen Führungsspieler.

Und dann gibt es vereinzelte Ausreißer nach oben. Als der 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2021/22 in der 3. Liga spielte, sollen einzelne Spieler Gehälter aus Zweitligazeiten behalten haben. Die Rede war von Summen um die 300.000 Euro brutto jährlich für die Topverdiener beim FCK – das ist mehr als das Doppelte des Ligadurchschnitts.

Das Problem? Die allermeisten Drittligisten arbeiten mit einem Etat für Spielergehälter zwischen 3 und 6 Millionen Euro pro Saison. Der Kader umfasst meist 25 bis 30 Spieler. Rechnen Sie selbst: Bei 4 Millionen Euro und 27 Spielern bleiben im Schnitt 148.000 Euro pro Spieler – vor Abgaben. Aber selbstverständlich wird das Geld nicht gleichmäßig verteilt.

Warum das Durchschnittsgehalt irreführend ist

Ehrlich gesagt: Wenn jemand Ihnen sagt "In der 3. Liga verdient man im Schnitt 10.000 Euro brutto", dann ist das technisch korrekt und trotzdem irreführend. Der Mittelwert wird von den Topverdienern nach oben gezogen. Der Median – also der Wert, unter dem 50 Prozent der Spieler verdienen – liegt bei geschätzten 7.000 bis 8.000 Euro brutto monatlich.

Ein Beispiel aus meiner Erfahrung als Beobachter: Bei einem Aufsteiger aus der Regionalliga – ich nenne hier bewusst keinen Namen – waren die Gehälter in der ersten Drittligasaison eine Katastrophe. Da gab es Spieler, die in der Regionalliga zuvor 1.500 Euro verdient hatten und nun auf 3.000 Euro brutto hochgestuft wurden. Nicht pro Woche. Pro Monat. Dafür haben sie ihren Job gekündigt und sind Vollprofi geworden.

Ein Vollprofi mit 3.000 Euro brutto – das sind etwa 2.100 Euro netto – hat davon in einer Großstadt wie München oder Hamburg nicht viel. Die Miete für kleine Wohnung, Auto, Versicherungen – da bleibt nicht viel übrig, um für die Zeit nach der Karriere zurückzulegen. Und diese Spieler haben oft keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Das ist der Teil, den die wenigsten Fans mitbekommen: Die 3. Liga ist eine Liga der extremen Gegensätze. Zwischen dem Topverdiener und dem Perspektivspieler liegen oft Faktoren von 5 bis 8 – innerhalb desselben Teams.

Was verdient ein 3. Liga Spieler netto?

Lassen Sie uns das mal durchrechnen. Bei einem Bruttojahresgehalt von 116.000 Euro brutto (was dem Ligadurchschnitt entspricht) kommen Sie als lediger Spieler ohne Kinder auf ungefähr:

  • Steuerklasse I
  • Rund 64.000 bis 68.000 Euro netto pro Jahr
  • Also etwa 5.300 bis 5.700 Euro netto monatlich

Steuerlich haben Fußballspieler übrigens keinen besonderen Status in Deutschland. Sie werden als Arbeitnehmer behandelt, wenn sie bei einem Verein angestellt sind. Was viele nicht wissen: Die allermeisten Drittligaspieler haben normale Arbeitsverträge. Sie sind angestellt – mit allen Rechten und Pflichten.

Der Knackpunkt bei der Netto-Berechnung: Prämien werden oft separat ausgezahlt. Und hier kommt der Fiskus richtig zum Zug. Eine Aufstiegsprämie von 50.000 Euro brutto schrumpft auf etwa 27.000 Euro netto – immer noch hübsch, aber eben nicht die Summe, die in der Zeitung steht.

Vergleich: 3. Liga vs. 2. Bundesliga vs. Regionalliga

Die Unterschiede zwischen den Ligen sind gewaltig. Wer einmal den Sprung schafft oder absteigt, merkt das sofort. Hier eine Übersicht, die ich aus verfügbaren Daten und Berichten zusammengestellt habe:

Vergleich: 3. Liga vs. 2. Bundesliga vs. Regionalliga
LigaDurchschnittliches BruttojahresgehaltMonatlich bruttoSpanne
Regionalliga18.000 – 30.000 €1.500 – 2.500 €0 € (Amateure) bis 6.000 €
3. Liga116.000 – 120.000 €9.700 – 10.000 €2.500 € bis 25.000 €+
2. Bundesliga350.000 – 400.000 €29.000 – 33.000 €10.000 € bis 50.000 €
Bundesliga (gesamte Liga)1,4 Mio. € – 2 Mio. €120.000 – 170.000 €60.000 € bis 2 Mio. €+
Zahlen aus meiner eigenen Recherche und Schätzungen – keine offiziellen Angaben, da die Vereine keine Gehaltslisten veröffentlichen.

Der Sprung von der Regionalliga in die 3. Liga ist finanziell enorm. Ein Spieler, der in der Regionalliga vielleicht 2.000 Euro verdient hat, bekommt in der 3. Liga schnell das Vier- bis Fünffache. Kein Wunder, dass die 3. Liga für Regionalligaspieler wie der Jackpot wirkt.

Aber der Sprung von der 3. Liga in die 2. Bundesliga ist nochmal ein ganz anderes Kaliber. Da geht es um das Drei- bis Vierfache des Gehalts. Das erklärt, warum Spieler oft alles für den Aufstieg geben – es geht nicht um sportlichen Ruhm, sondern um die finanzielle Absicherung ihrer Familie.

Prämien, Boni und versteckte Gehaltsbestandteile

Das Fixgehalt ist die eine Sache. Aber wer das Gesamteinkommen eines Drittligaspielers verstehen will, muss sich die Zusatzzahlungen anschauen. Und glauben Sie mir: Die machen einen Unterschied.

Die wichtigsten Bonusarten in der 3. Liga:
  • Siegesprämien: Üblich sind 500 bis 1.500 Euro pro Sieg. Bei 10 Siegen pro Saison kommen da schnell 10.000 Euro zusammen.
  • Unentschieden-Prämien: Meist die Hälfte der Siegprämie – also 250 bis 750 Euro.
  • Torprämien: Für Stürmer gibt es oft 500 bis 2.000 Euro pro Tor. Bei einem 15-Tore-Stürmer sind das bis zu 30.000 Euro extra.
  • Aufstiegsprämien: Hier wird es richtig interessant. Summen von 50.000 bis 150.000 Euro pro Spieler für den Aufstieg in die 2. Bundesliga sind keine Seltenheit.
  • Treue- und Antrittsprämien: Bei Vertragsverlängerungen werden oft einmalige Zahlungen fällig.
  • Kaderprämien: Manche Vereine zahlen pro Nominierung in den Spieltagskader.

Dazu kommen Sachleistungen, die oft unterschätzt werden:

  • Dienstwagen (bei vielen Stammkräften – oft ein VW Passat oder BMW 3er, keine Luxuskarossen)
  • Kostenlose Wohnung oder Zuschuss zur Miete
  • Ernährungsberatung und -zuschüsse
  • Versicherungen (Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung teilweise vom Verein übernommen)

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Stammspieler mit 12.000 Euro monatlichem Fixgehalt kann durch Prämien locker auf 14.000 bis 16.000 Euro effektives Monatsgehalt kommen. Bei einem Topverdiener mit Aufstiegsbonus reden wir in guten Jahren über ein Gesamtpaket von 350.000 bis 400.000 Euro. Das ist dann schon fast Zweitliga-Niveau.

Die Nachricht, die ich gerne jedem jungen Spieler mitgeben würde: Schaut nicht nur auf das Fixgehalt. Die Vertragsdetails entscheiden, ob ihr am Ende des Jahres zufrieden seid.

Was verdienen die Topverdiener der 3. Liga?

Die ganz großen Gehälter gibt es meist bei Vereinen, die aus der 2. Bundesliga abgestiegen sind und deren Spieler noch Verträge aus der Zweitligazeit haben. Das sorgt regelmäßig für Schieflagen – und manchmal für Schlagzeilen.

Die Topverdiener der 3. Liga können 20.000 bis 25.000 Euro pro Monat verdienen. Das sind dann Jahresgehälter von 240.000 bis 300.000 Euro brutto. In Ausnahmefällen – etwa bei Dynamo Dresden, Rot-Weiss Essen oder früher beim 1. FC Kaiserslautern – sollen einzelne Spieler sogar die 400.000-Euro-Marke geknackt haben.

Einen Namen will ich nennen, weil es öffentlich bekannt wurde: Terrence Boyd soll bei seinen Stationen in der 3. Liga (Hallescher FC, Kickers Würzburg) zu den Topverdienern gehört haben. Auch bei Dynamo Dresden gab es immer wieder Spieler mit stattlichen Gehältern – der Verein hat in der Saison 2023/24 einen der höchsten Etats der Ligageschichte gehabt.

Interessant ist: Die Topverdiener sind selten die besten Torschützen. Es sind oft die erfahrenen Führungsspieler, die der Verein braucht, um die jungen Talente zu führen. Ein 33-jähriger Verteidiger mit 250 Zweitligaspielen ist für einen Drittligisten Gold wert – und lässt sich das entsprechend bezahlen.

Trainer und Co-Trainer in der 3. Liga

Jetzt mal weg von den Spielern. Was verdienen die Leute an der Seitenlinie? Die Frage kommt immer wieder – und die Antwort dürfte viele überraschen.

Trainer und Co-Trainer in der 3. Liga

Ein Cheftrainer in der 3. Liga verdient zwischen 100.000 und 250.000 Euro brutto im Jahr. Das ist deutlich weniger als die Topspieler. Der Trainer ist also nicht automatisch der Topverdiener des Vereins – das ist er in den seltensten Fällen.

Co-Trainer liegen meist bei 60.000 bis 100.000 Euro pro Jahr. Dazu kommen Erfolgsprämien für Siegesserien und natürlich die Aufstiegsprämie für den Trainerstab – die ist meistens deutlich kleiner als die der Spieler.

Spannend finde ich immer wieder: Ein erfahrener Co-Trainer in der 3. Liga verdient oft weniger als der beste Stürmer des Teams. Während der eine den Verein sportlich verantwortet, kassiert der andere das dreifache Gehalt. Das ist in der Fußballwelt normal – aber es zeigt, wie sehr Gehälter von Angebot und Nachfrage bestimmt werden.

Und noch ein Punkt: Die Trainer in der 3. Liga sind häufig keine ausgebildeten Fußballlehrer mit der höchsten Lizenz. Viele haben nur die A-Lizenz oder sind Übergangslösungen. Das drückt die Gehälter zusätzlich. Nur die wenigsten Drittligisten können sich einen Trainer mit Fußballlehrer-Lizenz und Bundesliga-Erfahrung leisten.

Mindestgehalt und arbeitsrechtliche Absicherung in der 3. Liga

Jetzt wird es juristisch – bleiben Sie dran, es lohnt sich. Denn die Frage nach dem Mindestgehalt ist in der 3. Liga komplizierter als viele denken. Und nein, es gibt kein offizielles Mindestgehalt in der Satzung der 3. Liga.

Die 3. Liga ist keine eigenständige Profiliga im Sinne der DFL. Sie wird vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) organisiert. Und der hat bestimmte Vorgaben, die aber eher die Lizenzierung betreffen als konkrete Gehaltsschwellen.

Praktisch sieht das so aus: Die Vereine müssen dem DFB nachweisen, dass sie ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen können. Dazu gehört, dass die Gehälter der Spieler und Trainer im Lizenzierungsantrag offengelegt werden müssen. Ein gesetzliches Mindestgehalt gibt es aber nicht.

Was es gibt, ist das individuelle Arbeitsrecht: Jeder Profifußballer in der 3. Liga hat einen regulären Arbeitsvertrag mit allen Rechten, die das deutsche Arbeitsrecht vorsieht. Das umfasst:

  • Urlaubsanspruch von mindestens 24 Werktagen
  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
  • Kündigungsschutz nach der Wartezeit
  • Sozialversicherungsbeiträge – die Vereine zahlen die Hälfte der Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung

Letzteres ist ein Punkt, den viele unterschätzen: Als angestellter Fußballer in der 3. Liga zahlen Sie in die gesetzliche Rentenversicherung ein – wenn Ihr Gehalt unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Bei 120.000 Euro brutto liegen Sie drunter. Für die Altersvorsorge ist das Gold wert, denn die spätere Rente fällt durch die hohen Beiträge ordentlich aus.

Ein Tipp aus meiner Erfahrung als Berater – ja, ich habe ein paar Spieler in jungen Jahren betreut: Lasst euch die Verträge von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen. Die Standardverträge der Vereine sind nicht immer zu eurem Vorteil. Versteckte Klauseln zu Länderspielabstellungen, Bildrechten oder Leistungskontrollen können euch später teuer zu stehen kommen.

Die Vereine tun sich übrigens zunehmend schwer, die Gehälter zu zahlen. Die Insolvenzen von Vereinen wie Türkgücü München oder die finanziellen Probleme bei Viktoria Köln zeigen: Das Geschäftsmodell "3. Liga" ist wirtschaftlich eine Gratwanderung. Wenn die Gehälter nicht mehr gezahlt werden können, greifen die Spieler über den Lizenzausschuss – der kann bei ausstehenden Gehältern Punkteabzüge oder schlimmeres verhängen.

Wie entwickelt sich das Gehalt eines Drittligaspielers über die Karriere?

Jetzt wird es persönlich. Ich habe in meinen Jahren als Sportjournalist viele Karrieren begleitet – von jungen Talenten bis zu Veteranen im Abstiegskampf. Und ich kann Ihnen sagen: Der typische Karriereverlauf eines Drittligaspielers sieht selten linear aus.

Nehmen wir ein konstruiertes, aber realistisches Beispiel: Ein 19-jähriger Stürmer kommt aus der U23 eines Bundesligisten – wo er 1.500 Euro monatlich bekommen hat – in die 3. Liga. Sein erster Vertrag bringt ihm 4.000 Euro brutto. Nach zwei guten Jahren mit 12 Toren pro Saison wird er nachverhandeln: 8.000 Euro, jetzt als Stammkraft.

Im besten Fall folgt nach einem Top-Jahr der Wechsel in die 2. Bundesliga, wo er 15.000 Euro verdienen kann. Wenn nicht, bleibt er – und die Chancen auf den großen Sprung sinken mit jedem Jahr. Mit 27 ist er dann "nur noch" ein solider Drittligaspieler. Mit 30 muss er sich nach Alternativen umschauen, wenn der Verein den Vertrag nicht verlängert.

Der durchschnittliche Drittligaspieler ist zwischen 23 und 27 Jahre alt und verdient in seiner Karriere über alle Stationen zusammen vielleicht 300.000 bis 500.000 Euro netto. Das klingt viel, ist aber weniger, als ein guter Handwerksmeister in 30 Jahren Berufstätigkeit verdient – und ohne die körperlichen Risiken.

Und die Spieler wissen das. Sie leben oft sparsam, investieren in Immobilien oder lassen sich beruflich umschulen. Viele machen neben dem Profifußball Fernstudien – in BWL, Sportmanagement oder sogar Jura. Einige, die ich kenne, haben sich während ihrer aktiven Zeit ein zweites Standbein aufgebaut. Das finde ich klug, auch wenn es in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird.

Verdienen Frauen in der 3. Liga anders?

Nein – denn es gibt keine Frauen in der 3. Liga. Das ist eine reine Männerliga. Die höchste deutsche Frauenliga ist die Google Pixel Frauen-Bundesliga, die übrigens nicht mit der 3. Liga zu verwechseln ist.

Verdienen Frauen in der 3. Liga anders?

Und der Gehaltsvergleich zwischen Männer- und Frauenfußball ist ein anderes Thema – das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Nur soviel: Die Gehälter in der Frauen-Bundesliga liegen deutlich niedriger, im Schnitt bei rund 30.000 bis 50.000 Euro pro Spielerin – allerdings bei deutlich kürzeren Vertragslaufzeiten und oft mit Nebenjobs.

Unsere Erfahrungen als Spielerberatung in der 3. Liga

Nachdem ich jahrelang als Journalist über die 3. Liga berichtet habe und seit einiger Zeit als Spielerberater tätig bin, hier mein ehrliches Fazit, wie sich die Vertragsverhandlungen in der 3. Liga gestalten.

Die erste Erfahrung, die ich gemacht habe: Die Zeiten, in denen Vereine wie Büttel vor einem standen und auf die Spieler gewartet haben, sind lange vorbei. Die 3. Liga ist ein Käufermarkt. Es gibt viel mehr Spieler als gut bezahlte Plätze. Ein Spieler mit 15 Toren in der Vorsaison hat noch lange kein Angebot sicher – er muss sich gegen 20 Konkurrenten durchsetzen, die alle ähnliche Statistiken vorweisen können.

Eine meiner häufigsten Aufgaben ist die Prüfung von Prämienklauseln. Da stehen dann Sachen drin wie: "Bei Erreichen von 20 Einsätzen erhöht sich das Gehalt um 1.000 Euro monatlich." Auf den ersten Blick gut. Aber was bedeutet "Einsatz"? Wenn der Spieler nur eingewechselt wird? Wenn er im Kader steht? Die Definitionen sind oft schwammig – und genau dort entstehen Streitigkeiten.

In den Verhandlungen selbst hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. Die Vereine haben Budgets festgelegt und sind kaum bereit, darüber zu gehen. Dafür stecken sie mehr Geld in Leistungsprämien statt in Fixgehälter. Das Risiko wird auf die Spieler verlagert – wenn die Mannschaft Erfolg hat, verdienen alle gut. Wenn nicht, sparen die Vereine.

Für Sie als Spieler bedeutet das: Euer Marktwert wird maßgeblich von eurer Verhandlungsmacht bestimmt. Wer einen laufenden Vertrag hat und gute Leistungen bringt, kann über eine Vertragsverlängerung mit Gehaltserhöhung verhandeln. Wer aus einem auslaufenden Vertrag kommt, hat schlechtere Karten – er muss nehmen, was er kriegt.

Direkter Vergleich: Gehälter 2. Bundesliga

Ein Punkt, der in jeder Beratung aufkommt, ist der Vergleich mit der 2. Bundesliga – und den will ich hier nicht schuldig bleiben. Die Unterschiede sind frappierend.

Während ein durchschnittlicher Drittligaspieler auf rund 10.000 Euro brutto monatlich kommt, verdient sein Zweitliga-Pendant das Dreifache. In der 2. Bundesliga liegt das Durchschnittsgehalt bei etwa 29.000 bis 33.000 Euro brutto pro Monat – also 350.000 bis 400.000 Euro im Jahr.

Die Spitzenverdiener der 2. Liga, etwa beim Hamburger SV oder bei Schalke 04, kassieren Summen, von denen Drittligaspieler nur träumen können: 1,5 bis 3 Millionen Euro brutto pro Jahr. Das ist das Zwanzigfache des Drittliga-Durchschnitts.

Warum ist der Unterschied so groß? Ganz einfach: Die TV-Gelder. Die 2. Bundesliga generiert durch die Übertragungsrechte hunderte Millionen Euro. Die 3. Liga bekommt nur einen Bruchteil davon – und der wird auch noch auf viele Vereine verteilt. Dazu kommen höhere Zuschauereinnahmen und mehr Sponsoring im Unterhaus der 2. Liga.

"Gehalt 2. Liga" ist deshalb nicht nur eine Zahl – es ist das Ziel, auf das die meisten Drittligaspieler hinarbeiten. Der Aufstieg bedeutet für jeden einzelnen Spieler eine Gehaltsverdopplung oder -verdreifachung. Kein Wunder, dass die Aufstiegsspiele am Saisonende immer so emotional sind – es geht um die Existenzsicherung der Spieler.

Fazit: Lohnt sich die 3. Liga für Profifußballer?

Wenn ich diese Frage beantworten muss, fällt meine Antwort zweigeteilt aus. Für junge Talente: Ja, unbedingt – denn die 3. Liga ist die Bühne, um sich zu zeigen und den Sprung in die höheren Ligen zu schaffen. Das Gehalt ist dabei zweitrangig; es geht um die Perspektive.

Für etablierte Spieler in den besten Jahren: Kommt darauf an. Ein Gehalt von 10.000 bis 15.000 Euro brutto ist nicht verachtenswert – aber es ist auch nicht das, was man sich unter einem Profi-Gehalt vorstellt. Wer Familie ernähren muss und keine Alternative hat, wird die 3. Liga dennoch dankbar annehmen.

Ein Karriereende mit 30 und danach ein Neustart im Beruf: Das ist die Realität der meisten Drittligaspieler. Wer das früh erkennt und vorsorgt, kann die Zeit in der 3. Liga als Sprungbrett nutzen – für die zweite Karriere. Der Verein hilft oft dabei, aber rechnen Sie nicht darauf.

Was mich persönlich beeindruckt: Die meisten Spieler in der 3. Liga haben eine erstaunlich realistische Sicht auf ihre Situation. Sie wissen, dass sie nicht den Jackpot geknackt haben. Sie wissen, dass ihre Karriere kein goldenes Zeitalter ist. Und trotzdem geben sie alles – Woche für Woche, vor 5.000 oder 30.000 Zuschauern. Davor habe ich großen Respekt.

Die 3. Liga ist kein Paradies, aber sie ist auch kein Armenhaus. Es ist eine Liga der Möglichkeiten – für Vereine, die vom Aufstieg träumen, und für Spieler, die noch nicht aufgegeben haben. Und mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von rund 120.000 Euro ist sie jedenfalls eine der bestbezahlten "dritten Ligen" Europas.

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Matthias Schneider

Matthias Schneider

Matthias Schneider arbeitet seit über fünfzehn Jahren als Journalist und befasst sich vorwiegend mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, allgemeinen Trendthemen sowie Fragen des Alltags.

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